HEINRICH NEUY

Heinrich Neuy Stiftung

„Ich habe überhaupt keine Eile“ Gastronom Rainer Rethmann freut sich auf Übernahme des Heinrich-Neuy-Hauses

Mi, 12. August 2009

Borghorst. Es war eine ausgewachsene Zeitungsente, die gestern durch einen Teil der örtlichen Medienlandschaft watschelte: Der Pächter für die Gastronomie im Heinrich-Neuy-Museum sei abgesprungen, war zu lesen. FWS-Vorsitzender Willi Wobbe hatte diese Meldung verbreitet, verpackt in eine Anfrage an den Bürgermeister. Auch wenn Gastronom Rainer Rethmann als Betreiber des „Schwan“ in Telgte einen Faible für das Federvieh hat, solche Enten kann er überhaupt nicht leiden. „Das ist völliger Quatsch“, sagte der im Oktober 2007 von der Stiftung präsentierte Betreiber für Cafè und Restaurant. „Natürlich komme ich nach Borghorst.“ Das bestätigte auch Jürgen Holtz von seitens der Stiftung. Der konnte über diese Störungsmanöver der Freien Wähler ebenfalls überhaupt nicht lachen. „Statt durch solche Aktionen unseren Ruf zu schädigen, sollte Herr Wobbe vielleicht mal was für uns tun.“
„Ich habe überhaupt keine Eile“, lässt sich Rethmann durch die Verzögerungen bei der Renovierung des Hauses am Kirchplatz nicht aus der Ruhe bringen. Im Telgter „Schwan“ haber er noch für drei Jahre einen Vertrag, außerdem als studierter Kunsthistoriker vollstes Verständnis für die Verzögerungen: „So ist das nun einmal, wenn das Geld knapp ist und der Denkmalschutz eine große Rolle spielt.“
Er mache in der Zwischenzeit seine Hausaufgaben für den Ortswechsel. So schrieb er kurz vor dem Gespräch mit den WN einen Brief für die Stiftung, in dem er sich verpflichtet, zwei Behindertenarbeitsplätze zu schaffen. Auch am Konzept für die Gastronomie hat Rainer Rethmann schon kräftig gefeilt: „ Ich möchte zum Beispiel das Konzept „Schüler - Geselle - Lehrer“ des Bauhauses verfolgen.“ Er kann sich beispielsweise sehr gut vorstellen, Kindergärten zum Falten von Servietten oder Schüler für das Gestalten von Speisekarten einzuladen. Erste Kontakte hat er mit örtlichen Köchen geknüpft, um auch mal gemeinsam was auf die Beine zu stellen.
Von seinem Können als Koch sollen sich die Borghorster am 13. September, dem Tag des Denkmals, überzeugen. Dann will Rainer Rethmann unter der Überschrift „Genuss in alten Gemäuern“ leckere Kleinigkeiten im Haus der Stiftung anbieten.
Was den Telgter am Wechsel nach Borghorst reizt? Rethmann muss nicht lange überlegen. „ Das Bauhaus-Museum ist ein ungemein spannendes Objekt.“ Kunst, Touristik und Gastronomie unter seinem Hut zu bekommen, das sei eine Aufgabe, die fordert. „Dafür bin ich auch bereit zu warten.“
Die Gaststätten-Landschaft ist nach Einschätzung von Reiner Rethmann in Borghorst eine ganz andere als in Telgte. „Hier ist der Konkurrenzkampf sehr groß“, sieht er sich im Augenblick noch von zahlreichen Lokalen umgeben. In Borghorst fehle derzeit die Bereitschaft, etwas „wirklich Neues“ zu machen.
Rainer Rethmann ist Quereinsteiger in die Gastronomie. Sein Kunsthistoriker-Studium hat er sich durch eine Ausbildung im münsterischen Mövenpick-Hotel verdient. Es folgten Anstellung als Kellner und Oberkellner, mittlerweile führt Rethmann den eigenen zweiten Betrieb.

Quelle: WN Samstag, 11 Juli 2009, Bericht von Axel Roll

Tag des Denkmals am 14.09.2008

Fr, 18. Juli 2008

Am 14.09.2008 ist das Haus König, Kirchplatz 5 in der Zeit von 11 – 18 Uhr anlässlich des Denkmaltages geöffnet.

Leitlinien zur Nutzung und zum Betrieb des Museums , Kirchplatz 5

Di, 01. April 2008

HeinrichNeuyBauhausMuseum e.V.
Der Vorstand

Leitlinien zur Nutzung und zum Betrieb des Museums , Kirchplatz 5

Das Haus Kirchplatz 5 ist nicht nur ein einzigartiger Zeuge für die Geschichte des ursprünglichen Stiftsdorfes und der späteren Textilstadt Borghorst, es ist auch wie kein anderer Ort in Borghorst dazu geeignet, die Stadt in die touristische Zukunftsinitiative des Kreises Steinfurt einzubinden.

Stiftsbibliothek und Stiftsgeschichte

Als einzige erhaltene Stiftskurie ist es der letzte bauliche Zeuge des alten Stiftsplatzes, nachdem sogar die alte Stiftskirche einem größeren Nachfolgebau hat weichen müssen und alle anderen Stiftskurien entweder abgerissen oder durch Umbauten komplett überformt worden sind. Jetzt, wo es der Kirchengemeinde St. Nikomedes gelungen ist, mit dem Borghorster Stiftskreuz eine ottonische Goldschmiedearbeit von europäischem Rang, nach Borghorst zurückzuholen, wird der Verlust der mit dem Stift verbundenen baulichen Zeugnisse umso schmerzlicher deutlich. Hier setzt der heimatgeschichtliche Teil der Nutzung des Hauses Kirchplatz 5 an: Mit der Präsentation der alten Stiftsbibliothek in der letzten erhaltenen Stiftskurie wird ein wichtiger Teil des Stiftslebens der interessierten Bevölkerung zugänglich gemacht; darüber hinaus werden in der Bibliothek auch die Geschichte des Stiftes sowie die Rolle des Hauses Kirchplatz 5 dokumentiert; und schließlich werden Vorträge, Seminare und Ausstellungen im Haus sowie Führungen in der unmittelbaren Umgebung die Präsentation der Realien ergänzen. So soll Orts-, Heimat- und Regionalgeschichte ganz unmittelbar vor Ort erlebbar und begreifbar gemacht werden.

HeinrichNeuyBauhausMuseum

Darüber hinaus wird im Haus Kirchplatz 5 das Werk des Bauhaus-Schülers Heinrich Neuy, der von 1934 bis 2003 in Borghorst gelebt und gewirkt hat, präsentiert, ergänzt durch Nachlässe und Arbeiten weiterer Baushausschüler (bisher: Margaret Leiteritz und ausgesuchte Werke des Bauhäuslers Albert Henning). Durch die Arbeiten dieser ganz unterschiedlich, aber doch vergleichbar arbeitenden Künstler soll gezeigt werden, welches enorm kreative Potential in den Lehren des Bauhauses begründet lag. Und es soll nicht nur in Führungen und Vorträgen, sondern auch in praktischem Arbeiten mit interessierten Gruppen (gerade auch mit Kindern und Jugendlichen) vermittelt werden, zu welch kreativen Impulsen die Beschäftigung mit den Ideen des Bauhauses und seiner Schüler führen kann.

Übergreifende Nutzung

Das Haus Kirchplatz 5 wird also nicht nur zu einem Museum, das überregional wertvolle Exponate birgt, sondern auch zu einem Ort lebendiger heimat- und kulturgeschichtlicher Aktivitäten. Dazu wird neben der Bibliothek und den Ausstellungsräumen auch ein Seminarraum eingerichtet, der hinreichend Platz für Vorträge, Seminare und kreatives Arbeiten mit mittelgroßen Gruppen – wie zum Beispiel Schulklassen – bietet. Ein solcher Raum muss so platziert werden, dass er auch genutzt werden kann, wenn die Bibliothek und das Museum geschlossen sind.

Mit seiner wertvollen Bibliothek und dem kleinen Bauhaus-Museum, mit dem Seminar- und Vortragsraum, den Ausstellungsflächen, dem kleinen Museumsshop sowie mit der Gastronomie wird das Haus Kirchplatz 5 zu einem Ort lebendiger Kulturvermittlung – von der Ortsgeschichte des Stiftes und des Textilstandortes bis hin zu überregional bedeutenden Themen wie der ottonischen Romanik oder den internationalen Zielen des Bauhauses. Indem man gräbt, wo man steht, und so im Kleinen das Große anschaulich begreift, wird man aufgeschlossen für jene großen Themen der Geschichte, die gerade in ihren regionalen oder lokalen Niederschlägen von jeweils ganz spezifischem Charme sind.

Steinfurt, im Februar 2008
Werner Friedrich

WDR 5 berichtet über die Heinrich-Neuy-Stiftung

Di, 21. August 2007

Der WDR 5 berichtete in der Reihe Stiftungen in Nordrhein-Westfalen am 27.07. über die Heinrich-Neuy-Stiftung.
Der Ausschnitt aus der Sendung Scala des Senders WDR 5 steht hier zum Download bereit.

Download der mp3-Datei (ca. 5 MB)

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